Warum Kontext wichtiger ist als Antworten
KI-Systeme werden zunehmend eingesetzt, um auf Informationen in Dokumenten zuzugreifen. Sie versprechen schnelle Antworten, natürliche Interaktion und höhere Effizienz. Gleichzeitig stehen viele Organisationen vor einer grundlegenden Frage: Können wir diesen Antworten vertrauen, wenn wir ihren Kontext nicht vollständig verstehen?
In der Praxis liegt die Herausforderung nicht im Mangel an Informationen oder KI-Fähigkeiten. Entscheidend ist vielmehr, wie Informationen ausgewählt, eingegrenzt und interpretiert werden, bevor KI zum Einsatz kommt.
Suche oder Chat?
Klassische Dokumentensuche und KI-gestützte Chat-Systeme adressieren unterschiedliche Bedürfnisse.
- Die Suche bietet Transparenz, Kontrolle und reproduzierbare Ergebnisse.
- KI-Chats ermöglichen einen flexiblen, dialogorientierten Zugang zu Informationen.
Werden beide Ansätze isoliert eingesetzt, zeigen sich ihre Grenzen: Die Suche liefert häufig zu viele Treffer. KI-Chats können – insbesondere bei grossen oder schlecht abgegrenzten Datenräumen – Antworten erzeugen, deren Herkunft nur schwer nachvollziehbar ist. Das Ergebnis ist eine wachsende Spannung zwischen Effizienz und Vertrauen.
Erst ordnen, dann interpretieren
Anstatt sich zwischen Suche oder KI zu entscheiden, verfolgt HIBU einen hybriden Ansatz. Die Grundidee ist einfach: Bevor KI Informationen interpretiert, muss der relevante Kontext bewusst definiert werden. Suchmechanismen – etwa Filter, Metadaten oder strukturierte Abfragen – dienen dazu, den Informationsraum gezielt einzugrenzen. Erst auf dieser klar definierten Ergebnismenge kommt KI zum Einsatz.
Diese Trennung von Selektion und Interpretation führt zu:
- höherer Antwortqualität
- grösserer Transparenz
- geringerem Risiko irreführender Ergebnisse
Künstliche Intelligenz arbeitet damit nicht mehr auf einem offenen oder intransparenten Datenraum, sondern auf einem Kontext, den Nutzer verstehen und kontrollieren können. Dies bezeichnen wir als hybride KI-gestützte Suche: die Trennung der Auswahl relevanter Informationen von deren KI-basierter Interpretation.
Von der Architektur zur Praxis: das Nextcloud-Plugin
Dieses architektonische Prinzip ist nun im Arbeitsalltag verfügbar.
Mit einem neuen Nextcloud-Plugin bringt HIBU den hybriden Ansatz direkt in dokumentenzentrierte Arbeitsabläufe und erweitert bestehende Integrationen um eine Open-Source-Kollaborationsplattform. Das Plugin ermöglicht es Anwendern:
- Dokumente anhand facettierter und strukturierter Kriterien zu durchsuchen
- und anschliessend mit den ausgewählten Ergebnissen über eine Chat-Schnittstelle zu interagieren
Die KI arbeitet ausschliesslich auf der gewählten Ergebnismenge. Nutzer behalten jederzeit den Überblick darüber, welche Dokumente die Grundlage einer Antwort bilden, und können den Kontext bei Bedarf anpassen.
Entwickelt für reale Systemlandschaften und digitale Souveränität
Organisationen arbeiten selten in einer homogenen Systemlandschaft. Dokumentenablagen, Kollaborationsplattformen und Geschäftssysteme wachsen über Jahre hinweg und bleiben heterogen.
HIBU trägt dieser Realität Rechnung durch:
- Integration in bestehende Systeme und Plattformen wie SAP, Exchange, klassische File-Server, SharePoint und Nextcloud
- Unterstützung verschiedener Betriebsmodelle, einschliesslich On-Premise- und Private-Cloud-Deployments
- die Möglichkeit zur zukünftigen Anbindung weiterer Datenquellen
Durch die Unterstützung sowohl proprietärer Systeme als auch quelloffener Plattformen wie Nextcloud ermöglicht HIBU Organisationen, digitale Souveränität zu wahren – ohne Kompromisse bei Integration, Governance oder Kontrolle.
Mehr als ein Feature
Ziel des HIBU-Ansatzes ist nicht maximale Automatisierung, sondern verlässlicher und verantwortungsvoller Informationszugang. HIBU ist eine Plattform für unternehmensweite Suche und KI-gestützte Informationserschliessung, die klassische Suche und KI kombiniert, um einen kontrollierten, hybriden Zugriff auf organisationales Wissen zu ermöglichen.
Indem zuerst der Kontext definiert und KI erst im zweiten Schritt eingesetzt wird, können Organisationen von KI profitieren, ohne die Suche zu einer Blackbox zu machen. Kontrolle, Transparenz und Vertrauen sind integraler Bestandteil des Systemdesigns – kein nachträglicher Zusatz.
Ausblick
KI wird unsere Arbeit mit Informationen weiter verändern. Ihr Erfolg hängt jedoch weniger von Modellgrösse oder Neuheitswert ab als davon, wie durchdacht sie in bestehende Strukturen eingebettet ist. Das Nextcloud-Plugin markiert einen wichtigen Schritt, um kontrollierte, hybride KI-gestützte Suche in der Praxis nutzbar zu machen.
Erfahren Sie mehr über die HIBU-Plattform und ihren Ansatz für kontrollierte, hybride KI-gestützte Suche.
Was ist hybride KI-gestützte Suche?
Hybride KI-gestützte Suche kombiniert klassische Dokumentensuche mit KI-basiertem Chat. Zuerst wird der relevante Kontext über Suchmechanismen definiert, erst danach interpretiert KI die ausgewählten Informationen.
Wie unterstützt dieser Ansatz digitale Souveränität?
Durch die Unterstützung von On-Premise- und Private-Cloud-Betriebsmodellen sowie die Integration offener und proprietärer Systeme behalten Organisationen die Kontrolle über Daten, Infrastruktur und KI-Einsatz.
Ist das Nextcloud-Plugin die einzige Integration?
Nein. HIBU integriert bereits Systeme wie SAP, Exchange, klassische File-Server und SharePoint. Das Nextcloud-Plugin erweitert diesen Ansatz um eine Open-Source-Kollaborationsplattform.